Schlossgespräch mit Dr. Diethard Fricke im Café an der Zentaeiche
Greiz Ob man nun den schönsten Blick auf Greiz vom Weißen Kreuz aus auf den Eichenblatt-förmigen Parksee und die Stadt oder von den Rothenthaler Alpen aus in den Greizer Talkessel hat – das liegt wohl im Auge des Betrachters, oder besser: des Wanderers. Fakt ist, dass die maximal fünf Kilometer langen Spaziergänge, die Dr. Diethard Fricke für seine Zuhörer beim Schlossgespräch des Monats Mai zusammengestellt hat, viele Entdeckungen am Wegesrand erlauben.

Der gebürtige Greizer, Jahrgang 1945, ist zwar schon lange in Leipzig zuhause, hat aber den Kontakt zu seiner Heimat im thüringischen Vogtland nie verloren. Und so nimmt er sein Publikum vom Café an der Zentaeiche mit auf die Höhenzüge um Greiz. Vom Röhrenbrunnen geht es beispielsweise zum Stadtpark auf den Reißberg – zunächst über die 209 Stufen der Himmelsleiter. Eine weitere Tour führt zum 12 Meter hohen Pulverturm, der 1842 erbaut, heute nicht mehr genutzt wird, aber als Landmarke und Ausflugsziel beliebt ist. Über den Laagweg gelangen Entdecker schließlich zum Weißen Kreuz auf den Hirschstein. Der Hirschsteinquarzit, so stellt der Geologe fest, ist 480 Millionen Jahre alt und zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Auf dem Weg zur Teufelskanzel und zur Idahöhe, der etwa in Höhe der Luftbrücke am Park auf dem dortigen Uferweg beginnt, weiß Dr. Fricke vom Bergbau anno 1749 bis 51 in der Grube zur elften Stunde zu berichten, die seinerzeit um die 42 Lachter (etwas über 80 Meter) in den Berg getrieben wurde. Interessante Jugendstilhäuser gibt es auf einem weiteren Spaziergang auf die Grochlitzer Höhen an der Waldstraße zu entdecken. Von 1904 bis 1913 entstanden hier 14 mehrgeschossige Wohnhäuser – keine Prachtbauten, aber sehenswert, wie Dr. Fricke betont.

Einen tollen Blick haben Spaziergänger unter anderem auch vom Gasparinentempel auf dem Alexandrinenberg auf die 65 Meter tiefer liegende Greizer Innenstadt.

Oder der Blick von der Seniorenresidenz mit ihrem Arcadengang auf dem Hainberg auf die Neustadt und Hasetal. Auf allen Seiten ist der Schlossberg von Tälern umgeben, ein ziemlich einmaliges Landschaftsbild, wie der Geologe Dr. Fricke weiß, mit dem Greiz vor allem im Tourismus mehr arbeiten könne.

„Das Vogtland um Greiz“ beschreibt er in einer Publikation des Regionalmanagements des Landkreises Greiz, die 2013 herausgegeben wurde. 24 Wanderungen sind hier enthalten. Leider ist es nicht mehr zu haben. Der langjährige Stadtplaner Dieter Obenauf sprach Dr. Fricke zum Abschluss dieses Schlossgesprächs beim Förderverein Oberes Schloss ein herzliches Dankeschön für diesen liebenswerten Blick auf Greiz aus. Übrigens: Bis auf die Gaststätten stimme alles im Buch noch, setzt er schmunzelnd hinzu.
Im „Greizer Heimatkalender“ beschreibt Dr. Fricke seit 2022 je eine dieser Wanderungen in der Region. Auch hier können Interessenten fündig werden.

Mit einem herzlichen Applaus und einem Dankeschön für diesen interessanten Exkurs verabschiedete Vereinsvorsitzender Ulrich Jugel Dr. Diethard Fricke.
Text und Foto: Katrin Schulze