Oberes Schloss – Tag des offenen Denkmals 2026

Erste urkundliche Erwähnungen sind für die Jahre 1209 und 1225 nachgewiesen und gehen auf die Vögte von Weida und Plauen zurück.

Das Obere Schloss gilt als Wahrzeichen der ostthüringischen Stadt und stellt ein architektonisch beachtenswertes und geschichtsträchtiges Bau- und Kulturdenkmal dar.

Am Sonntag, dem 13.September, hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger aus nah und fern die Möglichkeit unter fachkundiger Führung die Gemäuer des Oberen Schlosses zu erkunden und Fragen zur Bauhistorie zu stellen.

Lutz Scherf, Bauhistoriker und Bauforscher und Architekt Matthias Hamann führen fachkundig durch die Gemäuer des Oberen Schlosses.

Dort, wo einstmals Lagerräume waren und später sich die Keller der Schlossbewohner befanden, etablierte man zu Zeiten der DDR eine Gaststätte im historischen Ambiente.

Zunächst geht es vom Foyer, dem Eingangsbereich des Museums im Oberen Schloss und vormaligen höfischen Zugang der Residenz, hinab in die Gewölbe unter der Schlossanlage.

Zu sehen sind Aufnahmen des ehemaligen Gastraums der Gaststätte „Schlosskeller“. Die Schwarzweißfotos zeigen den Raum der Gaststätte in Blickrichtung des Eingangs (links hinten), die stattliche Einrichtung der Bar und einem Gobelin an der Stirnseite.

Im letzten Bild ist die Tanzfläche des Schlosskellers zu sehen. Hier besticht der für damalige Zeiten von unten beleuchtete Natursteinfußboden.

Doch nun zurück zum Event am Tag des offenen Denkmals

Besondere Aufmerksamkeit erweckten die Erläuterungen von Architekt Matthias Hamann und Bauforscher Lutz Scherf als sich die Besuchergruppe im unteren Bereich der Doppelkapelle befand.

Hier gab es eine Fülle von Erläuterungen zum Aufbau der über zwei Etagen des Gebäudes ragenden Gebetsraums mit seinen Nischen für sakrale Plastiken, die Apsis und die sich in der Decke befindliche Öffnung zum darüberliegenden Raum für die Andacht der fürstlichen Familie.

Im Rokoko-Saal erweckte neben den reichlich verzierten Wänden, der Stuckdecke und dem wuchtigen Kronleuchter, das hinter einer Glastür befindliche Tympanon die besondere aufmerksamkeit.

Per Knopfdruck wird die Flügeltür aus schaltbarem Glas, SmartGlass oder PDLC-Glas, durch das Anlegen einer Spannung transparent. Im spannungslosen Zustand liegen die eingebetteten Flüssigkeitskristalle ungeordnet in der Struktur und die Scheibe ist milchig.

In der oberen Etage hatte die Besuchergruppe die Möglichkeit von oben auf die Kuppel der Doppelkapelle zu schauen. Eine aufwendige Stahl-Glas-Konstruktion ermöglichte die Etablierung eines 3D-Vorführraums und besagten Blick ins Halbdunkel der darunterliegenden Kuppel.

Das Café des Fördervereins hatte an diesem Tag ebenfalls geöffnet und die fleißigen Bäckerinnen verwöhnten die sehr zahlreich erschienenen Besucher in gewohnter Manier mit selbst gebackenen Kuchen und einer Tasse frisch Gebrühten.

Fotos: Michael Hendel, Michael Olischer (3).

Text: Michael Hendel